Die Digitale Revolution: Leseliste

Dass Sie gerne lesen, haben Sie mit dem Kauf meines Buches ja schon bewiesen. Wenn Sie nicht genug davon bekommen können, dann habe ich hier ein paar Empfehlungen zum Weiterlesen für Sie. Allesamt Bücher, die mir ein gutes Stück dabei weitergeholfen haben, die Digitalisierung und die Menschen dahinter zu verstehen. Ich bin sicher, dass da auch für Sie etwas wertvolles dabei ist.

 

Menschen und ihre Entscheidungen

Wie funktionieren wir Menschen eigentlich und wie treffen wir Entscheidungen? Das zu wissen ist unerlässlich, wenn Sie sich erfolgreich in Ihre Kunden und Geschäftspartner hineinversetzen wollen. Und wer weiß, vielleicht lernen Sie sogar noch etwas über sich selbst?

 

Stephanie Borgert: Die Irrtümer der Komplexität – Warum wir ein neues Management brauchen.

Unsere Welt ist so komplex geworden, dass sie sich schon fast chaotisch anfühlt. Das 21. Jahrhundert ist VUCA (Volatile, Uncertain, Complex and Ambiguous – also unbeständig, unsicher, komplex und mehrdeutig) – und das liegt an zunehmender Komplexität unseres Lebens. Dabei ist Komplex nicht die große Schwester von kompliziert! Stephanie Borgert hat ein fachlich fundiertes und sehr gut lesbares Buch über diese Komplexität in unserem Leben geschrieben und sagt uns, wie wir damit am besten umgehen.

Thomas Friedman: Die Welt ist flach – Eine kurze Geschichte des 21. Jahrhunderts.

Hatte das Mittelalter recht, ist die Erde am Ende doch eine Scheibe? Thomas Friedman nutzt in seinem 2008 erschienenen Buch die »platte« Welt als Metapher für die Globalisierung. Das funktioniert gut und ist überaus lehrreich.

 

 

Jaron Lanier, Wem gehört die Zukunft?: „Du bist nicht der Kunde der Internetkonzerne. Du bist ihr Produkt.“

Die Sirenen lockten in der Antike Seefahrer auf die Klippen. Jaron Lanier schreibt über die Verlockungen modernen »Sirenenserver« und wie die Mechanismen der »kostenlosen« Internetdienste funktionieren.

 

 

Gary Klein: Sources of Power – How People Make Decisions.

Haben Sie sich schon mal gefragt, wie Menschen Entscheidungen fällen? Das ist schon schwierig, wenn wir im Supermarkt vor einem viel zu vollen Regal stehen. Aber wie ist das erst in komplexen, hochriskanten Situationen? Wie denken und entscheiden Feuerwehrleute, Soldaten und Notärzte? In Sources of Power erklärt Gary Klein sehr anschaulich, was in unseren Köpfen vorgeht und wie man sich auf schwierige Situationen vorbereiten kann. Faszinierend!


Simon Sinek, Frag immer erst: warum: Wie Top-Firmen und Führungskräfte zum Erfolg inspirieren.

Ein Klassiker. Simon Sineks Start with why ist das Buch zum erfolgreichen TED-Vortrag und der Anlass für mein Video „Start with why ist Quatsch – wie Sie den wahren Golden Circle finden“.

 


Nassim Taleb, Der Schwarze Schwan – Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse.

Schwäne sind weiß. Das wussten auch alle, bis man im 17. Jahrhundert in Australien schwarze Schwäne entdeckte. Und auf einmal war falsch, was alle wussten! Die Moral: Dass etwas schon immer so war, heißt nie, dass es auch immer so bleiben wird.

 


Nassim Taleb: Antifragilität – Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen.

Kennen Sie das Bild vom Schilfrohr im Wind? Es biegt sich, statt zu brechen wie der große, starke Baum. Das ist eine beliebte Metapher für den Nutzen der Flexibilität. Doch es gibt nicht nur flexibel (passt sich an, verliert dabei aber seine Form) und robust (behält die Form, riskiert aber zu brechen), es gibt auch antifragil – man nutzt die Kraft der Veränderung zur Verbesserung. Das ist wie Segeln hart am Wind – und ein guter Rat in stürmischen Zeiten wie diesen!

 

Digitalisierung, Innovation und Gesellschaft

Einige dieser Bücher wurden bereits in den 90ern geschrieben, andere sind erst vor wenigen Jahren erschienen. Viele davon gelten als Standardwerke. Sie liefern geniale Einblicke, wohin sich unsere Technologie entwickelt, welche Folgen das für uns hat und wie wir am besten damit umgehen.

 

Erik Brynjolfsson: The Second Machine Age – Wie die nächste digitale Revolution unser aller Leben verändern wird.

Pflichtlektüre.

Wenn Sie wissen wollen, was in Sachen Technologie und deren Folgen alles auf uns zukommt, lesen Sie unbedingt dieses Buch.

 

Clayton Christensen: The Innovators Dilemma – Warum etablierte Unternehmen den Wettbewerb um bahnbrechende Innovationen verlieren.

Disruption! Von Christensen stammt dieser allgegenwärtige Schlüsselbegriff. Das auf Englisch bereits 1997 erschienene The Innovator’s Dilemma prägt unser Verständnis von Innovation und ihren Folgen bis heute. Ein für die gegenwärtige Diskussion absolut prägendes Buch.
Dazu gibt es den 2013 erschienenen und ebenfalls lesenswerten Folgeband The Innovator’s Solution – Creating and Sustaining Successful Growth.

 

Ralf Kreutzer und Karl-Heinz Land: Dematerialisierung – Die Neuverteilung der Welt in Zeiten des digitalen Darwinismus.

Was passiert mit unserer Wirtschaft und unseren Jobs, wenn immer mehr Produkte verschwinden, weil sie digitalisiert werden? Ralf Kreutzer und Karl-Heinz Land stellen mit diesem Buch eine umfangreiche Sammlung von Formen und Folgen der Digitalisierung zur Verfügung.

 

Geoffrey A. Moore: Crossing the Chasm – Marketing and Selling Disruptive Products to Mainstream Customers.
Noch ein alter Klassiker. In seinem Bestseller Crossing the Chasm zeigte Geoffrey A. Moore schon 1991, wie Unternehmen den Schritt von den Early Adopters zur breiten Masse ihrer Kunden machen. Ende 2015 erschien der Nachfolger Zone to Win, ein bei uns noch viel zu wenig beachtetes Buch. In diesem beschreibt er, wie Sie ein ganzes Portfolio von Wachstumsinitiativen effizient managen: Geoffrey A. Moore: Zone to Win – Organizing to Compete in an Age of Disruption.

 

David Rogers: Digital Transformation Playbook – Rethink Your Business for the Digital Age.

Dieses Buch ist gut strukturiert, sehr gut lesbar und inhaltlich genau, was man zum Thema Digitale Transformation braucht. Wäre es auf Deutsch erschienen, hätte ich In einem Jahr digital vielleicht gar nicht schreiben müssen. Zu Unrecht viel zu wenig bekannt – und von mir wärmstens empfohlen!

 

 

Anleitungen und Leitfäden für aufschlussreiche Experimente

Mit diesen Büchern lernen Sie, wie man Experimente durchführt, die richtigen Fragen stellt und so zuverlässig zu neuen Erkenntnissen kommt.

 

Rob Fitzpatrick: Der Mom Test – Wie Sie Kunden richtig interviewen und herausfinden, ob Ihre Geschäftsidee gut ist – auch wenn Sie dabei jeder anlügt.

Mama lügt! Aber sie meint es nicht böse. Trotzdem ist sie für die Marktforschung ungeeignet. Kurz, leicht und lesenswert zeigt Ihnen dieses Buch, wie Sie die richtigen Fragen stellen und zu verwertbaren Ergebnissen kommen.

 

 

Cognitive Cooking with Chef Watson – Recipes for Innovation from IBM & the Institute of Culinary Education.

Watson ist ein Computerprogramm, genauer eine Künstliche Intelligenz. Ursprünglich entwickelt um Jeopardy zu spielen ist Watson jetzt der Showcase für eine enorme Fülle von KI Anwendungen. Gemeinsam mit dem Institut für kulinarische Bildung kreierte IBM das erste durch eine Maschine geschriebene Kochbuch. Hier finden Sie wirklich neue, spannende Rezepte – und die Erkenntnis, dass Automatisierung sogar schmecken kann.

 

Michael Schrage: Serious Play – How the World’s Best Companies Simulate to Innovate.

Michael Schrage lehrt, wie »ernsthaftes Spielen« (also Simulieren) eine Kultur der zielgerichteten Experimente hervorbringt. Lesen Sie dieses Buch, wenn Sie die Kunst des planmäßigen Improvisierens erlernen wollen.

 

 

Michael Schrage: Innovator’s Hypothesis – How Cheap Experiments are Worth more than Good Ideas.

Hier stellt Michael Schrage die 5×5 Formel für schnelle, kostengünstige Experimente vor. Die Ähnlichkeit zu Christensens Bestseller The Innovator’s Dilemma ist sicher nicht zufällig.

 

 

Jake Knapp, John Zeratsky und Braden Kowitz: Sprint – Wie man in nur fünf Tagen neue Ideen testet und Probleme löst.

Mit dieser Anleitung erhalten Sie Experimente und Ergebnisse sogar in nur einer (genau durchgeplanten) Woche! Wahrscheinlich die schnellste Variante, ein Experiment durchzuführen.

 

 

Michael Lewis: Moneyball – The Art of Winning an Unfair Game.

Moneyball ist die Geschichte des Baseball-Teams Oakland A’s, das es dank Sabermetrics (einer frühen Big-Data-Anwendung) zu großen Erfolgen brachte. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie der geschickte Einsatz von Big Data zu messbaren Erfolgen führt.

 

 

Geschäftsmodelle und Design Thinking

Mit dieser Auswahl an Büchern haben Sie alles, was Sie brauchen, um sich ernsthaft Gedanken zu machen: Über Ihr Geschäftsmodell, über Wertschöpfung und die Art, wie Sie Ihr Unternehmen organisieren.

 

Tim Brown: Change by Design – Wie Design Thinking Organisationen verändert und zu mehr Innovationen führt.
Mit diesem Buch wurde der Begriff „Design Thinking“ geprägt, das gerade bei SAP sehr nachdrücklich etabliert wurde. Der Autor Tim Brown ist der Chef der bekannten Kreativ-Agentur Ideo, die das Design Thinking entwickelt hat und anwendet. Mit seiner Anleitung durchlaufen Sie die „drei Räume der Innovation“ und entwickeln eigene Ideen, die echte Probleme lösen.

 

Alexander Osterwalder und Yves Pigneur: Business Model Generation – Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer.

Business Model Generation ist eines der Standardwerke unserer Zeit. Alexander Osterwalder entwickelte im Rahmen seiner Dissertation das Business Modell Canvas und machte es später zusammen mit seinem Professor Yves Pigneur weltberühmt.

 

Alexander Osterwalder, Yves Pigneur und andere: Value Proposition Design – Entwickeln Sie Produkte und Services, die Ihre Kunden wirklich wollen.

Der Nachfolger Value Proposition Design geht speziell auf den Aspekt der Wertschöpfung ein. Und das ist kein gewöhnliches Buch, dies ist ein in der Crowd entwickeltes Kompendium mit jeder Menge Praxiswissen. Beide Bücher sind üppig illustriert.

 

Marketing

Wissenswertes und Interessantes, auch für Nicht-Marketing-Leute. Mit diesen Büchern verstehen Sie nicht nur, wie Ihre Marketing-Abteilung tickt sondern finden auch einiges, das Ihnen beim Erstellen Ihrer Strategie entscheidend weiterhilft.

 

Al Ries und Jack Trout: Positioning – Wie Marken und Unternehmen in übersättigten Märkten überleben.

Eines der Standardwerke zum Marketing. Die Idee basiert auf einem bereits 1969 verfassten Artikel. Fast 50 Jahre später ist sie immer noch so aktuell, dass das im Jahr 1981 erschienene Buch „Positioning“ regelmäßig neu aufgelegt wird.

 

 

Peter Sawtschenko: Positionierung – das erfolgreichste Marketing auf unserem Planeten. Das Praxisbuch für ungewöhnliche Markterfolge.

Peter Sawtschenko liefert eine Einführung und einen guten Überblick zur Positionierung auch von kleinen und mittelgroßen Firmen – für die, die nach der Lektüre von Al Ries noch weiterlesen möchten. Und auch wenn Positionierung nicht das gepriesene Allheilmittel ist lohnt es sich, dass Sie sich mit dem Konzept vertraut machen.

 

Gabriel Weinberg und Justin Mares: Traction – A Startup Guide to Getting Customers.

Noch so eine unbekannte Perle. Die Autoren liefern einen umfassenden, sauber strukturierten Überblick über alle gängigen digitalen Marketing-Kanäle.

 

 

 

Menschen & Organisation

Diese Bücher zeigen Ihnen andere, erfolgreiche und vor allem neue Formen, Prozesse zu organisieren und Unternehmen zu führen. Sie bieten die eine oder andere überraschende Erkenntnis für Teamleiter und Geschäftsführer.

 

Ulf Brandes und andere: Management Y – Agile, Scrum, Design Thinking & Co.. So gelingt der Wandel zur attraktiven und zukunftsfähigen Organisation.

Command & Control wie in der antiken Armee ist sicher nicht der beste Weg, um Organisationen heutzutage zu führen. (Das haben übrigens auch schon die modernen Armeen begriffen, die viel mehr auf autonome Einheiten setzen.) Die Autoren um Ulf Brandes bieten hier eine reich bebilderte Sammlung moderner Methoden wie Open Space, Delegation Poker und »Elch auf dem Tisch«. Viele gute Ideen, um die Arbeit einmal anders zu gestalten.

 

Christoph Giesa und Lena Schiller Clausen: New Business Order – Wie Start-ups Wirtschaft und Gesellschaft verändern.

Ein gut lesbarer Überblick über Trends und neue Ideen zu Hierarchie, Führung und Organisation. Sie sollten es nicht nur lesen, wenn Sie vorhaben ein Start-Up zu gründen, sondern auch wenn Sie sich mit alternativen Führungsstilen auseinandersetzen wollen.

 

 

Detlef Lohmann: Und mittags geh ich heim – Die völlig andere Art, ein Unternehmen zum Erfolg zu führen.

Dies ist der Erfahrungsbericht eines Managers, der einen kleinen Mittelständler kauft und seinen Leuten ein ungekanntes Maß an Freiheit und Verantwortung gibt. Inspirierend!

 

 

Stefan Merath: Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer – Wie Sie und Ihr Unternehmen neue Dynamik gewinnen.

Stefan Merath schrieb sein Sachbuch über den Unterschied zwischen Managern und Unternehmern als Parabel. Zentral steht die Frage, ob man als Manager und Unternehmer besser im oder am Unternehmen arbeitet.

 

 

John Stepper: Working Out Loud – For a better career and life.

Hätten Sie‘s gedacht? Die konsequente Nutzung sozialer Medien bei der Arbeit kann zu besseren Ergebnissen führen. (Unglaublich, aber wahr!) John Stepper veranschaulicht, warum das so ist und wie das in der Praxis funktioniert.

 

 

Lars Vollmer: Zurück an die Arbeit – Back To Business – Wie aus Business-Theatern wieder echte Unternehmen werden – wertschöpfend und erfolgreich. Das neue wegweisende Management-Buch.

Wenn der Chef ein Meeting mit den Worten »und jetzt zurück an die Arbeit« beendet – was haben all diese Menschen in den letzten 90 Minuten eigentlich getan? Provokant, unterhaltsam und sehr lehrreich!

 

 

Blick über den Tellerrand: Romane und Kurzgeschichten

Nach diesen ganzen anstrengenden Sachbüchern sollten Sie sich auch etwas Zeit zur Entspannung gönnen. Eines der populärsten Felder, in denen die abenteuerlichsten Szenarios für unsere Zukunft bereits durchgespielt wurden, ist Science Fiction-Literatur. Seit ihrem Urvater Jules Verne hat sie uns immer wieder gezeigt, was Technologie bedeuten kann. Hier eine Auswahl meiner Favoriten.

2001 von Arthur C. Clarke – Dank Stanley Kubricks genialer Verfilmung einer der Klassiker. Lange bevor überhaupt jemand an selbstfahrende Autos und ähnliche Spielereien zu denken wagte, wurde hier der Frage nachgegangen wie eine überforderte KI mit widersprüchlichen Anweisungen umgeht.
In I, Robot Auch der 1982 verstorbene Philip K. Dick trug eine Menge zu unserem Verständnis vom Zusammenleben von Menschen und Maschinen bei. Seine Werke wurden in vielen stilbildenden Filmen umgesetzt, darunter Blade Runner (Träumen Androiden von elektrischen Schafen?), Total Recall (We Can Remember it for You Wholesale, erschienen 1966) und Minority Report.
Wer hat’s erfunden? William Gibson hatte einen sicher vergleichbaren Einfluss auf unsere Vorstellung, denn aus seinem Roman Neuromancer stammen unter anderem die Begriffe Cyberspace und Matrix, die wir heute so selbstverständlich verwenden.

Der Kanadier Douglas Coupland ist auf ganz andere Art für uns relevant. Statt über die Zukunft lesen wir bei ihm über das Hier und Jetzt. Von ihm stammt das Buch Generation X und damit ein Sammelbegriff für eine ganze Generation. Weniger bekannt ist Microsklaven, im Original Microserfs, das einen sehr einfühlsamen Blick in das Lebensgefühl von Programmierern gibt. Sollten Sie selbst keiner sein, lesen Sie das Buch. Es hilft Ihnen, Ihre Kollegen zu verstehen.

Und wenn Sie wissen möchten, wie es dem Newsweek Chefredakteur erging, der gefeuert wurde und beim Social Media Startup Hubspot landete, dann lesen Sie Dan Lyons: Von Nerds, Einhörnern und Disruption – Meine irren Abenteuer in der Start-up-Welt.

 

Wenn Sie wie Einstein an der Zukunft interessiert sind, dann ist gute Literatur ein Schlüssel.

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